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Ready for new perspectives
There are no simple answers

Publikationen

Es gehört zu unserer Geschäftspraxis, über die eigene Arbeit zu reflektieren und unsere Themen immer wieder gründlich durch- und weiterzudenken.

Daraus resultieren die Publikationen von Fachartikeln und zahlreiche Referate unserer Mitarbeiter und Partner in verschiedenen Medien, die sich permanent mit aktuellen Themen und neuesten Entwicklungen auseinandersetzen.

Die Ergebnisse spiegeln die intensive Auseinandersetzung mit unseren Beratungs- und Qualifizierungsthemen wider, sind daher stets zeitgemäß, real und praxisnah.

 

Unser neuester Artikel

Leadership und das Vertrauen ins Leben

„Aus einem verzagten Hintern kommt kein fröhlicher Furz“ (Martin Luther) … dieser Satz kam mir vor kurzem in den Sinn, als ich zwei leitende Führungskräfte zufällig auf dem Flughafen traf.

Es war eine meiner ersten Reisen nach dem Lockdown. Beide irgendwie aschfahl im Gesicht, schwitzend hinter der Schutz-Maske (schon am Morgen) und gezeichnet von offensichtlich harten Wochen. Sie erzählten mir von sehr schwierigen Zeiten mit Umsatzeinbrüchen von 15 % der eine, fast 25 % der andere, anstehenden Restrukturierungen und Costcutting-Maßnahmen im Herbst - unabhängig von derzeitigen Kurzarbeitmaßnahmen.

Ich dachte mir noch: minus 15 % … - diese Probleme möchte ich gerne haben.

Die Gespräche empfand ich als sehr deprimierend und irgendwie hoffnungslos. Dabei beschäftigt mich weniger die Tatsache, dass in nächster Zeit auf uns alle eher schwierige Zeiten zukommen werden. Vielmehr macht mich sehr nachdenklich, mit welcher Gemütsverfassung sich diese Führungspersonen, welche doch für Unternehmen mit einigen tausend Mitarbeitern die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen müssen, diesen Herausforderungen stellen.

Viele bisher gültige Rezepte greifen nicht mehr; niemand hat Erfahrung mit einem derartigen Lockdown; wir stochern alle im Nebel. Konjunkturprognosen ähneln Kaffeesatzlesen und einem Blick in die Glaskugel. Expertentum scheint hier eher hinderlich denn nützlich. Wir können trotz Echtzeitreportings zu Geschäftsentwicklungen, detaillierter Businesspläne und strategisch ausgefeilter Entwicklungspapiere nur mehr „auf Sicht fahren“ und wissen alle nicht, wo die Reise wirklich hingeht.

Dazu kommt noch die – und das ist definitiv eine völlig neue Dimension – ganz persönliche auch existenziell, gesundheitliche Betroffenheit. Das ist völlig neu für jeden von uns. Für den einen oder anderen aber auch schon wirklich überfordernd. Speziell für Personen die der Risikogruppe mit Vorerkrankungen angehören.

Zu den real-wirtschaftlichen, finanz-wirtschaftlichen, den geo-politischen und technologischen Verwerfungen kommt also zusätzlich die gesundheitliche Bedrohung. Wir haben eine Überlagerung vieler Schichten und damit eine Komplexität an Themen, die von Personen in wichtigen Entscheidungspositionen eine besondere Robustheit abverlangt.  

Wenn ich mir nun diese beiden Herren vor Augen führe und mir vorstelle, dass viele Entscheidungsgremien mit solchen massiv verunsicherten, überforderten, ängstlichen Persönlichkeiten besetzt sind, dann wird mir mulmig. Wie soll mit einer derartigen Gemütsverfassung im Kollektiv eine vernünftige, in die Zukunft wirkende Entscheidung gefällt werden.

Egal in welchem einschlägigen Buch wir nachschauen, welche Kriterien als zukünftige Kompetenzen in den meisten Unternehmen gelten, Resilienz spielt hier eine wichtige Rolle. Ich glaube jedoch, dass Resilienz, so wie es bisher meist diskutiert wird, zu kurz greift.

Es geht um mehr, es geht um das Vertrauen ins Leben, es geht um die Freude am Leben selbst, das wir häufig als positive Lebenseinstellung beschreiben.

Da geht es um die Haltung: egal wie schwierig es wird, wir packen das schon (und das nicht aufgesetzt und künstlich gespielt, sondern mit echter tiefer Überzeugung).

Ich glaube, wir sollten alle viel mehr darauf schauen, dass Menschen in wichtige Positionen gebracht werden, die gerade diese Freude am Leben, diese Freude am Gestalten der Zukunft mitbringen und echte Zuversicht verbreiten, egal wie schwierig es ist oder wird. Dies jedenfalls wäre ein Virus, der ansteckend ist, vor dem wir uns nicht zu fürchten brauchen und gegen den wir keine Impfung benötigen. Im Gegenteil.

Ich glaube auch, dass man das nicht lernen oder trainieren kann. Es sind Grundprägungen, die von Kleinkind an in uns geformt werden. Es ist die persönliche tiefe Verwurzelung in uns: es wird schon, egal was kommt.

Vielleicht sollten wir die ganzen detailliert ausgearbeiteten Kompetenzmodelle, Identifikationsprozesse und -tools entrümpeln und herauszufinden versuchen, wer diese grundsätzlich hoffnungsvolle, positive Lebenshaltung mitbringt.

In diesem Sinne, lassen Sie uns jene Menschen sein und finden, die genau diese Lebensphilosophie mitbringen, auf dass die immer unplanbarere Zukunft aktiv und mit Freude gestaltet wird.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei!

Ihr TMAG-Team

Für Fragen und Anregungen stehen wir jederzeit zur Verfügung!

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